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Radfahren: Tipps für alle Level

Von Fahrtechnik bis Trainingsplanung – Expertenwissen vom BVDM-Radsporttrainer Klaus Pfeifer.

Sicherheitshinweis: Tragen Sie immer einen geprüften Fahrradhelm (EN 1078). Bei gesundheitlichen Einschränkungen bitte vor intensivem Radsport ärztliche Beratung einholen. Inhalte ersetzen keine individuelle Trainingsberatung.
KP
Klaus Pfeifer Radfahren & Ausdauersport · M.Sc. Sportwissenschaften (LMU München) · BVDM-zertifizierter Radsporttrainer · Ehem. Profi-Radsportler

Die richtige Sitzposition – Grundlage für alles

Bevor Technik oder Training beginnen, muss die Sitzposition stimmen. Falsche Körperhaltung verursacht nicht nur Schmerzen, sondern reduziert die Effizienz erheblich. Die wichtigsten Einstellpunkte:

Trittfrequenz und Gangwahl

Eine der häufigsten Fehler von Einsteigern: zu schwere Gänge mit niedriger Trittfrequenz ("Treten"). Profis fahren typischerweise 80–100 Umdrehungen pro Minute (RPM). Warum?

Höhere Trittfrequenz belastet die Gelenke (Knie, Hüfte) weniger und nutzt die Aerobic-Kapazität effizienter. Kurze, kraftintensive Tritte erhöhen dagegen den Laktatanstieg schneller und führen bei langen Ausfahrten zu vorzeitiger Ermüdung.

Einsteigerempfehlung: Ziel-Trittfrequenz von 70–85 RPM anstreben. Ein einfacher Kadenz-Sensor (ca. 15–30 €) hilft beim Training enorm.

Trainingsplanung für Radfahrer

TrainingszoneHFmax %GefühlZweckAnteil/Woche
Z1 – Regeneration50–60 %Sehr leichtAktive Erholung10–15 %
Z2 – Grundlage60–70 %Leicht, Gespräch möglichFettstoffwechsel, Basis50–60 %
Z3 – Tempo70–80 %Mittel, Sätze noch möglichAerobe Schwelle verbessern10–15 %
Z4 – Schwelle80–90 %Hart, EinzelworteLaktatschwelle anheben8–12 %
Z5 – VO₂max90–100 %MaximalLeistungsspitze3–5 %

Das klassische 80/20-Prinzip (polarisiertes Training): 80 % der Trainingszeit in Z1–Z2, 20 % in Z4–Z5. Dieses Modell ist für Freizeit- und Hobbyfahrer ebenso effektiv wie für Profis, da es Übertraining vermeidet und gleichzeitig starke Leistungsreize setzt.

Ernährung auf dem Rad

Ab 60–75 Minuten Fahrtdauer wird externe Kohlenhydratzufuhr wichtig. Die Empfehlungen des Sports Medicine Australia und der GSSI (Gatorade Sports Science Institute):

Ausrüstung – Was wirklich zählt

1

Helm

Pflicht. EN-1078-Zertifizierung. Sitz prüfen: zwei Finger über den Augenbrauen, V-Form unter den Ohren.

2

Radschuhe & Pedale

SPD oder Look-System verbessern Wirkungsgrad um 8–12 %. Für Einsteiger: Flachpedale mit Pins.

3

Radtrikot & -hose

Funktionskleidung verhindert Scheuern. Qualitäts-Sitzpolster reduziert Druckstellen deutlich.

4

Handschuhe

Vibrationsdämpfung und Grip bei Nässe. Im Sturz schützen sie die Handballen.

5

Computer/GPS

Kadenz, Herzfrequenz und Leistungsdaten für strukturiertes Training. Garmin Edge oder Wahoo ELEMNT empfehlenswert.

6

Reifenbreite

Breitere Reifen (28–32 mm) rollen bei niedrigerem Druck komfortabler und sicherer – moderner Standard.

Häufige Fehler und wie man sie vermeidet

Persönlicher Tipp von Klaus Pfeifer

Das Beste am Radsport ist seine Zugänglichkeit: Man kann mit 20 oder mit 70 beginnen, allein oder in der Gruppe, auf asphaltierten Wegen oder Schotterpfaden. Wichtigster erster Schritt: ein Bike-Fitting beim Fachhändler – das ist eine Investition, die sich sofort in mehr Komfort und Leistung auszahlt.

– Klaus Pfeifer, BVDM-zertifizierter Radsporttrainer